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Seminar/Projekt #532 Interactive Processing 2009 Beispiele 1. IxP

Beispiel 1:

Eine Recherche von Metronom-Programmen ergibt, dass diese ausnahmslos als Werkzeugtyp konzipiert sind, d.h. sie erlauben das Setzen verschiedener Parameter (Tempo, Metrum, Betonung, Klang) und unterstuetzen das Musik-Ueben in der bekannten Weise. Userinteraktion bedeutet somit das Einstellen dieser Parameter mittels Menus oder Slider (gelegentlich Tempo mittels Tappingfunktion) sowie das Hoehren des Metronomschlags.

In der Toolsuite "practiceTime" versuche ich den Interaktionsbereich eines Metronomprogramms soweit zu oeffnen, dass er alle wesentlichen, beteiligten Aspekte des Uebens mit Metronom inkludiert: Mittels Visualisierung wird die tatsaechliche Performance des Uebenden in Hinblick auf Regelmaessigkeit und Synchronizitaet dargestellt. Und zwar 1. zur realtime-Kontrolle, 2. gespeichert zur nachtraeglichen Begutachtung und weiteren Analyse und 3. zur Dokumentation, sowie Vergleich und Analyse groesserer Uebungszyklen, bzw. zur langfristigen Uebungsorganisation.

Ein Beispiel fuer unseren IxP-Ansatz in der realtime-Anwendung besteht darin, dass die Interaktion des Uebenden das Interaktionsfeedback steuert: die Asynchronizitaet zwischen Metronomschlag und gespieltem Ton steuert die Lautstaerke des Metronomschlags, so dass bei geringer zeitlicher Differenz auch die Lautstaerke gering ist. D.h. also, wenn der Uebende sehr unpraeziese spielt ist das Metronom laut, ist er praezise ist das Metronom unhoerbar. Der Uebende versucht also so zu spielen, dass er das Metronom nicht hoert. Dies ist paedagogisch interessant, da der Uebende sich nicht wie ueblich Ton fuer Ton an den einzelnen Metronomschlag haengt, sondern wenn er praezise spielt auch die Entscheidung selbst treffen muss, wann er den Ton setzt. Ausserdem wird er nur korrigiert, wenn er Fehler macht und zwar abgestuft: kleine Ungenauigkeiten werden subtil indiziert, grosse deutlich.

In diese Toolsuite (verschiedene Max-MSP Programme) experimentiere ich mit verschiedenen Formen von Interaktion und Feedback. Dies unterminiert den typischen HCI/IxD-Ansatz insofern, als die fuer diesen Ansatz noetige Offenheit, was im einzelnen als Interaktion definiert und wie diese Definition im Programm implementiert wird, die Integritaet eines Interaktions-Interfaces zur Disposition (zumindest zur Diskussion) stellt.



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