Trotz
einer neuen Generation gut ausgebildeter „neuer Realisten“, das heißt
Regisseure mit erstmals seit 1989 an Filmhochschulen methodisch trainierten –
Produzenten, sowie einer
der weltweit besten Infrastrukturen in den Medienzentren (Berlin-Babelsberg, München,
Köln, Hamburg, Leipzig) gelingt es dem deutschen Film nicht, sich wirtschaftlich
zu festigen
und ein dementsprechendes Welt-Niveau zu erreichen. Es stellt sich die Frage,
warum die deutsche Film-Branche nicht besser ist als sie es aktuell ist. Ein
Aspekt könnte u.a.
sein, dass Film heute noch zum Teil als rein künstlerisches Werk und nicht auch
als Wirtschaftsgut angesehen wird und unternehmerisches Handeln daher eine erheblich
zu kleine
Rolle spielt. Diese und weitere Ursachen gilt es zu untersuchen.
Klaus Keil ist
Professor für Interdisziplinäre Filmwirtschaft an der Hochschule für
Film und Fernsehen „Konrad Wolf“. Er ist der Film- und
Fernsehwirtschaft seit seinen beruflichen Anfängen als freier Regieassistent,
Produktions-/Herstellungsleiter und Producer eng
verbunden; später fest bei Constantin TV und der Bavaria Film. 1989 wurde Klaus
Keil zum geschäftsführenden Professor
der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film berufen, wo er deutschlandweit den ersten Studiengang
für Produktion und Medienwirtschaft etablierte. Von 1994 bis 2004 war
Klaus Keil seit der Gründung des Filmboard/Medienboard Geschäftsführer und
Intendant der gemeinsamen Filmförderung der Länder Berlin und Brandenburg.