WLAN-Design im Bürogebäude

Zellbau statt Kabelverhau

Wireless-LANs verlangen wie jedes andere Netzwerk eine entsprechende Planung. Eine entscheidende Rolle spielen die Lage, Anzahl und Wahl der Funkfrequenzen der Access-Points für eine störungsfreie, flächendeckende Versorgung im WLAN.



Wände beeinflussen die Reich-weite eines Access-Points sehr unterschiedlich und erschweren so die Planung eines Funknetzes.

Um Netzwerke für Unternehmen mit mehreren Gebäuden zu entwerfen und zu verlegen, haben LAN-Designer mittlerweile ihre Methoden verfeinert. Es entstehen komplexe Gebilde mit einer strukturierten Glasfaser- und UTP-Verkabelung zusammen mit Ethernet-Switches und -Routern sowie einer Vielzahl anderer Geräte wie Firewalls, VPN-Konzentratoren und Bandbreitenbegrenzern. Der Bau für drahtgebundene Netzwerke hatte die Zeit, sich über mehrere Produktgenerationen hinweg zu entwickeln. Wireless-LANs haben diese Reifezeit noch vor sich.

Drahtlose Netze bieten eine Reihe von Vorteilen. Das Ziehen von Kabeln entfällt. Die Clients können sehr flexibel ihre Position im Raum ändern, ohne das etwa ein Ethernetkabel sie behindert. Allerdings führen Wireless-LANs (WLAN) auch zu deutlich komplexeren Aufgaben für WLAN-Planer und -Administratoren. Beim konventionellen Ethernet müssen die Verantwortlichen verstehen, wie in einer hybriden, geswitchten Umgebung Physikalische- und Data-Link-Ebene arbeiten, um auf der physikalischen Ebene die Infrastruktur für UTP und Glasfaser zu entwerfen. Das Netzdesign erschwert sich jedoch deutlich, wenn das Transportmedium unsichtbar wird. Statt des richtigen Kabelverständnisses benötigt der Planer oder Administrator ein Wissen über Funkwellen und ihre physikalische Ausbreitung. Fehlt dieses Verständnis jedoch, erschwert das eine optimale WLAN-Planung, eine passende Sicherheitsstrategie oder die Fehlersuche im drahtlosen Netz deutlich.

Um ein Wireless-LAN für ein Unternehmen zu entwerfen, benötigt der Planer daher Wissen in verschiedenen Bereichen. Er muss begreifen, wie 802.11-Funknetze arbeiten, wie sich die Produkte der einzelnen Hersteller unterscheiden und die Auswirkungen durch unterschiedliche Gebäudestrukturelemente verstehen. Außerdem kommt für den Planer und Administrator noch die Überlagerung (Interferenz) des eigenen WLANs mit externen Funkquellen (Störquellen wie Mikrowellen oder fremde WLANs) hinzu. Schließlich muss der Planer auch noch überlegen, welche zentralen Netzwerkdienste wie IP-Adressen-Management, Authentifizierung, Verschlüsselung, Zugangskontrolle, Accounting oder auch Quality-of-Service die WLAN-Anwender bekommen.

Im Kanal-Dschungel
Beim Rundfunk werden Sprachsignale in Funkwellen transformiert, durch die Luft transportiert und schließlich vom Radio empfangen. Bei Wireless-LANs arbeitet jedes Gerät als Empfänger und Sender. Durch eine Reihe verschiedener Funk-Modulations-Schemata können Radiowellen auch digitale Informationen transformieren. Das Problem liegt nun darin, dass sich das Verhalten eines Wireless-LANs in einer bestimmten Umgebung nicht so einfach vorhersagen lässt.

Selbst bei der Verwendung identischer Komponenten kann die effektive Reichweite eines Senders an einem Ort 100 Meter betragen, an einem anderen dagegen nur 50 Meter. Eine Reihe verschiedener Variablen wie die Gebäudestruktur, die Art und Aufbau des Materials etwa der Wände oder Störquellen wie Mikrowellen oder Bluetooth können die Übertragungsreichweite beeinflussen. Erfahrene WLAN-Designer begehen in der Regel ein Gebäude und können dann oft an Hand ihrer Erfahrung sagen, wie das Netz etwa aussehen müsste (siehe auch Artikel »Funk-Pfadfinder«, S. 30ff). Für die allermeisten bedeutet dies aber, bei der Planung mehr nach der Try-and-Error-Methode vorzugehen. Glücklicherweise haben sich Site-Survey-Tools von WLAN-Herstellern, als Hilfe ein Funknetz einzurichten, über die letzten Jahre deutlich verbessert.

Die begrenzte Reichweite von Funkwellen empfinden einige Anwender sicher als ein Problem. In Wirklichkeit bedeutet diese Tatsache aber eine große Hilfe bei der Netzplanung. Die limitierte Reichweite erlaubt es, Frequenzen innerhalb eines Wireless-LAN mehrfach zu verwenden. Beim Rundfunk kann die lokale UKW-Frequenz eines Senders in München in Hamburg von einem ganz anderen Programm genutzt werden. In ähnlicher Weise können Access-Points in genügenden Abstand auf der gleichen Frequenz arbeiten, ohne sich überhaupt gegenseitig zu beeinflussen. Bei 802.11b steht WLANs eine Bandbreite von 83,5 MHz zur Verfügung, beginnend bei 2,400 GHz bis 2,4835 GHz. Daraus ergeben sich 13 Kanäle, die sich allerdings überlappen. Problemlos nutzen WLANs aber etwa die Kanäle 1, 7 und 13. Mit entsprechender Erfahrung können auch noch die dazwischen liegenden Kanäle 4 und 10 zum Einsatz kommen, wie der Artikel »Funk-Pfadfinder«, S. 30ff beschreibt. Natürlich stehen auch noch verschiedene Zweier-Paare wie Kanal 1 und 10 oder Kanal 3 und 11 zur Verfügung. Im Normalfall arbeiten so maximal 3 Access-Points mit einer Gesamtbandbreite von 33 MBit/s störungsfrei in einem Raum. Jeder sendet und empfängt auf einer anderen Frequenz bei genügenden gegenseitigem Abstand ohne gegenseitige Interferenz.

Geht es jedoch nicht darum möglichst viel Bandbreite in einem Raum zur Verfügung zu stellen, sondern etwa ein Bürogebäude flächendeckend mit einem Wireless-LAN zu überziehen, ergibt sich ein anderes Problem. Wie können oder müssen die Access-Points stehen und auf welchen Kanälen senden, ohne sich gegenseitig zu behindern? Zwar arbeiten alle Access-Points theoretisch auch mit dem gleichen Kanal. Dies empfiehlt sich aber auf Grund der Störungen nur bei sehr geringen Netzwerkverkehr. Nun soll beispielsweise in einem Bürogebäude in einer Etage ein Wireless-LAN mit 21 Access-Points arbeiten. Jeweils 7 Access-Points senden dabei auf den drei überlappungsfreien Kanälen 1, 7 und 13. Nun dürfen nicht nur keine tote Ecken ohne Funkabdeckung entstehen, sondern die Access-Points mit gleichen Kanälen sollen sich auch nicht gegenseitig behindern. Zwei Access-Points mit dem Kanal 6 müssen also genügend Abstand voneinander haben. Die Abbildung »Überlappender Zell-Entwurf« gibt eine mögliche Aufteilung der Kanäle der Access-Points wieder. Allerdings erschwert sich die Situation noch einmal, wenn diese 21 Access-Points auf mehrere Stockwerke verteilt arbeiten. Dann können sich auch Access-Points mit gleichen Kanälen auf den verschieden Stockwerken behindern. Abhilfe kann hier einmal der noch nicht verabschiedete Standard 802.11h schaffen. Mit 11h passt IEEE den Standard 802.11a für europäische Bedingungen an. Sowohl 11a und 11h senden mit 54 MBit/s im 5-GHz-Band und erlauben acht überlappungsfreie Kanäle. Derzeit stellt sich in Deutschland die Situation aber noch etwas konfus dar, weil es noch keinen Standard gibt, aber bereits proprietäre 11a-ähnliche WLANs.

Zellpläne entwerfen
Individuelle Zellen mit spezifischer Abdeckung zu entwerfen, kostet Zeit. Der Planer startet besser mit einem Gebäudeplan und schätzt die Abdeckung grob. Basis dafür bilden die direkten Entfernungen auf dem Plan und die Form der Arbeitsplätze wie geschlosse Kleinbüros oder Großraumbüros. Die Reichweite der Access-Points nimmt der Planer grob mit 35 Meter an. Anschließend gilt es, ein Paar Kreise in den Bereichen zu ziehen, die WLAN erhalten. Die Schwierigkeit auf dem Papier zu planen, zeigt sich beispielsweise darin, dass die Materialien die Funkwellen unterschiedlich stark durchlassen. So dämpften in einem Test der Universität Karlsruhe in einem Klinikum Gipswände Funkwellen im 2,4-GHz-Band mit 6,4 dB, Betonwände dagegen mit 35,5 dB. Das bedeutet, dass fünf Gipswände hintereinander soviel dämpfen wie eine Betonwand. Nach der theoretischen Analyse am Gebäudeplan geht es praktisch vor Ort weiter.

Die meisten WLAN-Hersteller bieten Site-Survey-Tools an. Diese erlauben es, die Signalstärke eines temporär aufgestellten Access-Points von verschiedenen Orten aus mit einem Laptop und WLAN-Karte zu messen. Da es nur um das Design des Funknetzes geht, spielt die Ethernet-Anbindung des Access-Points hier keine Rolle. Erst wenn die Standorte der Access-Points feststehen, müssen die Ethernetkabel gelegt werden. Hilfreich erweisen sich dann auch Access-Points mit Power-over-Ethernet. Dann muss der Access-Point nicht noch extra an einer Steckdose hängen. Auch wenn viele der Power-over-Ethernet-Lösungen proprietär sind, gibt es mittlerweile mit 802.3af einen entsprechenden Standard (http://http://groupier.ieee.org/groups/802/3/af). Einige professionelle Planer nehmen Batterien und einen entsprechenden Stromwandler mit. Damit stellen sie den Access-Point unabhängig von einer Steckdose in der Nähe auf.

Einige Access-Points und WLAN-Karten reduzieren per Konfiguration die Ausgangsfunkleistung. Dadurch sinkt die Reichweite der Funkzelle. Allerdings erlauben nicht alle 802.11b-Produkte eine Kontrolle, so dass dies ein Mikrozellendesign erschweren kann. Wenn nicht alle Geräte mit einer geringeren Leistung senden, stört ein Gerät mit höherer Leistung massiv den Empfang der anderen. Damit ein Funkgerät ein Signal von einem anderen unterscheiden kann, muss der Mindestabstand zwischen Signal und Störsignal etwa 6 dB betragen. Sonst reißt der Signalfluss ab. Auch wenn der Access-Point das Signal von anderen noch unterscheiden kann, stuft er unter Umständen die Übertragungsrate herab. Diese sinkt beispielsweise von 11 MBit/s auf 5,5 MBit/s, weil das schlechte Signal-/Störverhältnis eine 11-MBit/s-Übertragungsrate nicht erlaubt. Zudem behindert ein starker Sender eine Vielzahl der kleinen Zellen.

Funkfelder formen
Viel kann auch von den eingesetzten Antennen abhängen. Diese verstärken das Signal und verteilen es in einem bestimmten Feldbereich. Die meisten Antennen besitzen ein Rundumabstrahlfeld. Dies bedeutet, dass das Antennenfeld einer dicken Scheibe gleicht, in dessen Mittelpunkt die Antenne steht. Im horizontalen Bereich strahlt sie dabei in einem Bereich von 360 Grad ab. Wenn ein Access-Point beispielsweise an einer Außenwand steht, strahlt nur die eine Hälfte des Feldes in das Gebäudes. Die andere Hälfte kann dann vielleicht auf der Straße oder an anderen öffentlichen Orten empfangen werden. Außerdem spielt auch die Abstrahlrichtung der Antenne eine Rolle bei der Form des Funkfeldmusters. Wenn der Access-Point beispielsweise senkrecht steht, geht auch das Scheiben-förmige Feld nach unten.

Einige Hersteller wie Artem, Cisco oder Symbol offerieren ein ganzes Set an verschiedenen Antennen. Diese Antennen können auch einen zusätzlichen Leistungsgewinn (antenna gain) bieten, indem sie etwa die Richtung und Strahlbreite des Radiosignals ändern; sie erhöhen deshalb auch die Reichweite. Beispielsweise senden Patch-Antennen mit fester Öffnung einen Strahl mit einer bestimmten Breite wie mit 60, 75 oder 90 Grad aus. Andere Antennen wiederum zielen nicht darauf, einen zusätzlichen Leistungsgewinn zu erhalten. So funkt beispielsweise eine Antenne für die Deckenmontage mit einem ihrer Lage angepassten horizontalen Abstrahlfeld.

Allerdings können Antennen nicht einfach mit jedem beliebigen Access-Point betrieben werden. Access-Point und Antennen erhalten immer gemeinsam ihre Zulassung. An einem Access-Point dürfen daher nur die Antennen senden, die für diesen auch eine Zertifzierung erhalten haben. Bei der Auswahl der Access-Points sollte der Planer daher darauf achten, dass der Hersteller auch verschiedene Antennen für den Access-Point im Programm hat.

Weitere Aufgaben
Der funktechnische Teil einer Planung erscheint durch seine technische Komplexität als schwierig. Gegenüber den noch folgenden Aufgaben stellt dieser Teil jedoch den einfacheren Abschnitt dar. Es gilt nun die Bandbreitenbedürfnisse zu befriedigen, die Sicherheit zu gewährleisten und eine passende Management-Infrastruktur einzurichten. Diese Themen gleichen denen konventioneller LANs, aber unternehmensweite Lösungen für WLANs stehen hier noch nicht so einfach zur Verfügung.

Zunächst muss der Planer herausfinden, wieviel Bandbreite er durchweg auf der physikalischer Ebene benötigt. Besondere Aufmerksamkeit verlangen Bereiche mit einer hohen Anwenderdichte oder typische Bandbreitenbedürfnisse für verschiedene Anwender. In Konferenz- oder Unterrichtsräumen beispielsweise müssen sich viele Anwender den Zugang über einen Kanal teilen. Hier helfen etwa sehr kleine Zellen oder mehrere Access-Points mit unterschiedlichen Kanälen. Auf der anderen Seite arbeiten in einem Warenlager wenige Anwender. Die Zellen sollen aber einen möglichst großen Bereich abdecken. Externe Antennen mit einem hohen Leistungsgewinn bieten sich hier an.

Unglücklicherweise beeinflusst nicht nur die Anzahl gleichzeitiger Anwender im WLAN die Bandbreitenanforderungen. Auf der anderen Seite stehen die Anforderungen der Anwendungen und ihre relative Geschwätzigkeit. Dabei geht es nicht nur darum die Bandbreitenbedürfnisse zu Beginn des Einsatzes zu schätzen, sondern auch die zukünftige Entwicklung zu berücksichtigen. Allerdings haben glücklicherweise die zwei allgemein am meisten eingesetzten Anwendungen im WLAN — Web und E-Mail — keinen besonders großen Bandbreitenhunger.

Ein einzelner WLAN-Kanal hat typischerweise einen Nettodurchsatz von etwa 6 MBit/s bei einer nominellen Rate von 11 MBit/s. WLANs verhalten sich hier nicht anders als Ethernet. In den meisten Umgebungen kann daher ein WLAN-Kanal etwa 30 bis 50 Anwender versorgen. WLAN als Shared-Medium führt wieder zurück in die alten Tage von Ethernet, ohne eine geswitchte Umgebung. Daher kommt dem Bandbreitenmonitoring in WLANs eine besondere Bedeutung zu. Falls bestimmte Anwendungen sich in ihren Anforderungen kritisch verhalten, müssen Bandbreitentools von Drittherstellern in Betracht bezogen werden. Dies erhöht allerdings die Kosten. Eventuell besitzen auch Access-Points einfache Möglichkeiten. Bei Symbol besitzt der Access-Point »AP4131« zwei Stufen mit normaler und hoher Priorität. Die Datenströme trägt der Administrator an Hand ihrer TCP-Portnummer entweder in das Feld mit einfacher oder hoher Priorität ein. Mit IEEE 802.11e befindet sich auch ein Standard für Quality-of-Service für WLANs in Entwicklung.

WLAN und LAN vereint
Nachdem das Funkverhalten im Firmengelände untersucht, die Bandbreitenanforderungen geklärt und das Design der Access-Point-Zellen feststeht, muss nun entschieden werden, wie der Übergang vom WLAN in das drahtgebundene Netz aussehen soll. Hier spielt die technische Seite und die Frage nach entsprechenden Richtlinien im Umgang des Unternehmens mit dem WLAN eine Rolle.

Auf der technischen Seite muss ein Sicherheitsplan folgen sowie die Entscheidung, wie Access-Points an der LAN-Switching-Infrastruktur hängen. Dazu gehört auch das Management der IP-Adressen sowie die Anforderungen von Anwendungen an das Roaming. Die Sicherheitsstrategie sollte Authentifizierung, Verschlüsselung, Zugangskontrolle und Accounting umfassen. Eine ausführliche Darstellung findet sich in dem Artikel »Wireless-LANs einzäunen« der Network Computing 9-19/2002, S. 48ff. Die meisten größeren WLAN-Hersteller wie Cisco, Intel, Proxim oder Symbol bieten ihre eigenen Sicherheits-Frameworks an. Dies führt wieder trotz offener Standards eventuell in Abhängigkeit von Access-Points und WLAN-Karten eines Herstellers. Weiter stehen noch Management- und Sicherheitsprodukte von Drittherstellern wie Bluesocket, Columbitech, Ecutel, Funk, Netmotion, Netseal, Reefedge, Vernier und anderen bereit. Ein ausführlicher Test von WLAN-Security-Gateways von Drittherstellern findet sich in dem Artikel »WLAN-Grenzpolizei«, S. 40ff. Schließlich nutzen viele Unternehmen Standard-basierte VPN-Gateways und VPN-Clients auf allen mobilen Geräten, um eine Sicherheitsschicht über ihr Wireless-LAN zu legen.
Wie sich Access-Points in die Netzwerk-Infrastruktur am Besten einklinken, hängt stark von der Architektur und Kapazität der existierenden Ethernetausrüstung ab. Falls dem Administrator beispielsweise viel Bandbreite und leistungsfähige Switches zur Verfügung stehen, bietet es sich an, ein drahtloses VLAN (Virtuell-LAN) — eventuell sogar ein einziges VLAN — einzusetzen, um die Adressen zu verwalten und die Sicherheits-Policies durchzusetzen. Das drahtlose VLAN kann dann logisch vom drahtgebundenen LAN des Unternehmens getrennt werden. Entsprechende Policies legen fest, wer die Grenze überschreiten darf.

Einen Nachteil bringt ein unternehmensweites Wireless-VLAN wie jedes flache Netzwerk mit sich: Die Performance im Netzwerk kann durch intensiven Broadcast-Verkehr sinken. Dafür löst ein VLAN jedoch einen schwierigen Aspekt in einem unternehmensweiten WLAN: Das Roaming der Anwender. Wenn Wireless-LANs mit IP-Subnetzen zusammenfallen und Anwendungen Session-Persistence benötigen, kann das Roaming deutliche Schwierigkeiten bereiten. Falls es nur darum geht, dass Notebook-Anwender zwischen den einzelnen Subnetzen wechseln, stellt dies in der Regel kein Problem dar: Der Anwender fährt sein Notebook herunter und startet es wieder am neuen Ort beziehungsweise erneuert seinen DHCP-Lease, um eine gültige IP-Adresse für den neuen Ort zu besitzen. Falls Mobilität einen Kernkriterium darstellt, sollten auch über spezielle Lösungen mit entsprechenden Roaming-Eigenschaften nachgedacht werden wie von Bluesocket, Columbitech, Ecutel, Netmotion, Reefedge oder Vernier. Netmotion beispielsweise arbeitet als Proxy für allen WLAN-Verkehr und erleichtert so das Roaming. Andere Lösungen verwenden Mobile-IP oder angepasste VPN-Funktionen, um ähnliche Ziele zu erreichen.

Unternehmensrichtlinien hängen mit den technischen Fragen zusammen. Zum einen muss das Unternehmen entscheiden, wer überhaupt ein Wireless-LAN einrichten darf. In vielen Unternehmen schreibt die Firmenpolitik vor, dass die IT-Abteilung die Access-Points aufstellt und wartet. Andere Organisationen pflegen mehr ein Abteilungssystem. Dabei liegt die Verantwortung für das WLAN bei der jeweiligen Abteilung. Sicherheitsbewusste Organisationen lehnen so etwas aber im allgemeinen als einen Bruch der Sicherheit ab. Nur zu leicht können nicht richtig integrierte und administrierte Access-Points ein Sicherheitsloch reißen.

Nach der Planung
Wenn ein Wireless-LAN einmal die Planungsphase hinter sich hat, muss ein Unternehmen für Wartung und Support Sorge tragen. Bei einer großen Anzahl von Access-Points kommt das Unternehmen um eine zentralisierte Administration nicht mehr herum. Einige Access-Point-Hersteller wie Madge oder Proxim haben dies bei ihrer Lösung berücksichtigt und setzen so genannte Wireless-Management-Server für ihre Access-Points ein. Andere wie Cisco oder Symbol liefern eine Management-Software für dieses Ziel mit. In einigen Fällen können auch Tools von Drittherstellern wie »Genos« von Red-M oder »Mobile Manager« von Wavelink für zusätzliche Funktionalität und Hersteller übergreifendes Management interessant sein.

Werkzeuge zur Überwachung und Fehlersuche gehören unbedingt ins Repertoire. Falls Protokoll-Analyzer für das Ethernet bereits im Netzwerk arbeiten, ergänzen Wireless-LAN-Analyzer die Werkzeugkiste. Sie helfen bei der Performance-Überwachung. Ein Channel-Surfing stellt etwa den WLAN-Verkehr periodisch auf allen 13 Kanälen dar. Auch für die Fehlersuche zeigen sie sich unentbehrlich. So zeichnen sie verschiedenste Probleme wie Checksummenfehler oder Retransmissionsraten auf und geben Hinweise auf mögliche Ursachen.

Entsprechende Produkte bieten etwa Network Instruments, Sniffer Technologies oder Wildpackets an. Ein Test der Produkte dieser drei Hersteller findet sich in dem Artikel »Alles im Griff — ohne Kabel«, S. 16ff. Deutlich geringer im Funktionsumfang, dafür aber umsonst, gibt der Netstumbler eine einfache Übersicht. Eventuell bieten sich auch Spektralanalysegeräte an, um Frequenzprobleme zu analysieren. Geräte im oberen Bereich wie von Agilent, Rhode&Schwarz oder Tektronix kosten allerdings 20 000 Dollar oder mehr. Ein Preis günstiges Gerät für weniger als 3000 Dollar kommt von Avcom-Ramsey.

Hilfe von außen
Viele, größere WLAN-Hersteller, aber auch System-Integratoren bieten auch Hilfe durch Professional-Services für die WLAN-Planung an. Dies setzt allerdings die gleiche Vorarbeit voraus, wie bei komplett eigenem Vorgehen. Das Hilfe suchende Unternehmen muss sich — wie sonst auch — darüber Gedanken machen, welche Nutzer welche Anwendungen wo einsetzen sollen. Dazu gehört auch ein klares Verständnis über die Bedürfnisse der Nutzer sowie der Anwendungen und deren Anforderungen. Das mag als selbstverständlich erscheinen, wird aber immer wieder nicht beachtet. Das Fehlen erschwert zum einen ein gutes Systemdesign. Zum anderen erhöhen sich die Kosten entsprechend, da zunächst diese Dinge geklärt werden müssen. Ein externer Dienstleister kann einem Unternehmen auch dabei helfen, das notwendige Wissen über Planung und Betrieb zu erhalten und Administratoren sowie auch Anwender darin schulen.

Fazit
Ein paar Access-Points aufzustellen und sie mit dem LAN zu verbinden, kann in einfachen Fällen noch gut gehen. Größere Wireless-LANs kommen aber ohne eine entsprechende Planung nicht aus. Für ein flächendeckendes Netz ist eine WLAN-Zellplanung notwendig. Auch Schwierigkeiten wie durch stark dämpfende Wände oder Störquellen können dabei gelöst werden. Ebenso kann es ohne eine Bandbreiten- und Sicherheitsplanung böse Überraschungen geben. Im Sinne einer strukturierten Verkabelung darf eine Wireless-Planung daher nicht fehlen. [ nwc, wve ]


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